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Klimastabile Wälder
Waldmanagement in Zeiten des Klimawandels

Eine zu wenig engagierte Klimaschutzpolitik der letzten Jahrzehnte ist wesentlich mitverantwortlich für die aktuellen Probleme im Wald. Auch wir Verbraucherinnen und Verbraucher haben erheblichen zu der aktuellen Klima- und Waldsituation, nämlich mit unserem Konsum, einen negativen Beitrag geleistet. Echter langfristiger Waldschutz erfordert daher vor allem ambitionierten Klimaschutz auf allen Ebenen.

Der FSC-Standard unterstützt Waldbesitzer dabei, ihren Wald „klimafit“ zu machen. Im Wesentlichen erfolgt dies über eine Bewirtschaftung des Waldes mit dem Wald und den Kräften, die hier wirken. Dabei wird auf viele Maßnahmen der konventionellen Forstwirtschaft weitgehend verzichtet: Kahlschläge, Bodenbearbeitung, intensive Erschließung, eigenmächtiger Einsatz von Pestiziden sowie großflächiger Anbau von nicht-heimischen Baumarten, Reduzierung von Holzvorräten oder der sog. Umtriebszeit (der Zeit wie alt ein Baum werden darf bis er gefällt wird) und vieles mehr gibt es bei der FSC-Waldbewirtschaftung nicht.

Viele Waldbesitzer in Mitteleuropa sind bereits seit einigen Jahren mit extremen Auswirkungen der Klimaveränderung konfrontiert. In den letzten Jahren hat sich die Situation verschärft. Stürme im Frühjahr 2018, ein trockener, heißer Sommer 2018 und ein abermals zu trockener Sommer 2019 lassen viele Bäume absterben – viele Wälder sind krank. Manche sprechen vom „Waldsterben 2.0“, Bundes- und Landesministerien in ganz Europa legen als Reaktion millionenschwere Förderprogramme für Waldbesitzer auf.

Die größten Probleme haben dabei Wälder, die hinsichtlich Baumartenzusammensetzung und Struktur naturfern sind. Die meisten Akteure sind sich einig, dass der Waldumbau in den letzten Jahrzehnten vielerorts mit zu wenig Engagement angegangen wurde. Umso wichtiger, dass jetzt nicht nur viel, sondern Geld vor allem zielgerichtet eingesetzt wird. Förderung muss nach dem Motto „öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen“ erfolgen.


Zentrale Elemente der Waldwirtschaft in Zeiten des Klimawandels:

Doch was kann man nun tun, um den Wäldern in Zeiten des Klimawandels Stabilität zu geben.

• Angepasste Wildbestände, damit sich heimische, standortgerechte Baumarten natürlich verjüngen können. Dies macht auch das teure und aufwändige Pflanzen neuer Bäume überflüssig.
• Begrenzung der Einbringung nicht-heimischer Baumarten (20% auf Betriebsebene, Mischung einzel- bis horstweise (zwei Baumlängen)
• Starke Reglementierung der Waldumwandlung; Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen müssen im Wald erfolgen
• Verbot von sog. Kahlschlägen als Erntemethode
• Bodenschonung durch weite Abstände von Rückegassen und dem Verbot den Waldboden außerhalb dieser Gassen mit schweren zu befahren.
• Keine flächige Befahrung und Bodenbearbeitung (kein Mulchen, Fräsen, keine maschinelle Pflanzung)
• Natürliche Waldentwicklung im Bundes- und Landeswald auf 10%, bei Kommunen > 1000ha auf 5%
• Biotop- und Totholzmanagement mit mind. 10 Biotopbäumen/ha
• Ausreichend und qualifiziertes Personal
• Aktive Beteiligung von Interessenvertretern
• Verbot des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln (Ausnahme behördliche Anordnung)


FSC Standard sorgt für Stabilität des Waldes

Der FSC-Standard stellt seit je her die Stabilität des Waldes in den Mittelpunkt aller Überlegungen. Wohl wissend, dass die Zusammenhänge in einem komplexen Ökosystem wie dem Wald bis heute nicht voll ergründet wurden, sind die Regularien auch im Vertrauen auf die Anpassungsfähigkeit eines möglichst naturnahen, verantwortungsvoll bewirtschafteten Waldes formuliert.
Einige wesentliche Anforderungen aus dem Deutschen FSC-Standard ,die die Waldstabilität unterstützen, sind im Folgenden zusammengefasst. Für die Einhaltung des Standards ist jeweils der FSC-zertifizierte Forstbetrieb unmittelbar verantwortlich.


Vorsorge
Forstbesitzer müssen sich über potentielle negative, soziale und ökologische Auswirkungen ihrer Waldbewirtschaftung im Klaren sein. Entsprechende Vorsorge wird getroffen, indem in der Planung diese Auswirkungen bedacht und dokumentiert werden.
Für den Katastrophenfall (Sturm, Borkenkäferkalamität etc.) werden Vorkehrungen getroffen, die die Verkehrs- und Arbeitssicherheit, den Schutz der Waldbestände, die ausschließliche Befahrung des Waldes auf Rückegassen und Waldwegen gewährleisten.


Waldbauliche Grundlagen
Die natürliche Waldgesellschaft, zusammen gesetzt aus standortgerechten, heimischen Baumarten steht im Zentrum der Waldpflege- und Entwicklung. Heimische Baumarten und natürliche Strukturen und Dynamiken wie z.B. die natürliche Verjüngung stehen im Fokus.
Instabile Wälder werden entsprechend der Orientierung an der natürlichen Waldgesellschaft entwickelt.
Die natürliche Waldgesellschaft, zusammen gesetzt aus standortgerechten, heimischen Baumarten steht im Zentrum der Waldpflege- und Entwicklung. Heimische Baumarten und natürliche Strukturen und Dynamiken wie z.B. die natürliche Verjüngung stehen im Fokus.


Nicht-heimische Baumarten
Baumarten aus anderen Erdteilen, wie z.B. die Douglasie oder die Roteiche, können nur im begrenzten Umfang eingebracht werden. Grund hierfür sind unklare Auswirkungen dieser Baumarten auf das Ökosystem und damit verbundene Unsicherheiten hinsichtlich ihrer Stabilität. Bäume werden viele hundert Jahre alt, Erfahrungen mit nicht-heimischen Baumarten gibt es aber erst seit gut 100 Jahren in Deutschland. Der Anteil nicht-heimischer Baumarten ist auf 20% begrenzt und diese Baumarten werden nur einzeln- bis horstweise (2 Baumlängen) gepflanzt (10.3.2 ff). Dadurch werden Optionen geschaffen, wenn diese Baumarten sich als besonders stabil erweisen sollten.


Boden
Kahlschläge sind stark begrenzt (z.B. Nutzung labiler, naturferner Bestockungen, Arten- und Biotoppflegemaßnahmen) (10.1.1). Dichte Wälder kühlen besser und speichern mehr Feuchtigkeit. Freie Flächen im Wald sorgen auch dafür, dass sich Humus abbaut. Dabei gehen nicht nur wichtige Nährstoffe verloren (Auswaschung), sondern es gelangt auch das im Humus gespeicherte CO2 in die Atmosphäre.


Stabiler Wald, stabiler Holzmarkt
Neben einer verbesserten, nachhaltigen Gesundheit des Waldes profitieren Forstbesitzer eines FSC-zertifizierten Waldes von erhöhten Absatzchancen. Konsumenten, große Marken, wie IKEA, Swarovski und Co haben die Bedeutung einer verantwortungsvollen Forstwirtschaft auf höchstem Niveau bereits erkannt. Wichtige Umweltorganisationen wie der WWF unterstützen unsere Arbeit.
Das lässt FSC zurecht behaupten, die verlässlichste Organisation für die Absicherung wichtiger Umwelt- und Sozialstandards im Wald zu sein. Zertifikate der glaubwürdigsten Lösung für nachhaltige Waldwirtschaft werden erst nach einer erfolgreichen Prüfung durch unabhängige Dritte vergeben. Diese Prüfung wird min. jährlich wiederholt. Weltweit sind rund 200 Millionen Hektar Wald FSC-zertifiziert. Im Nachbarland Deutschland ca. 11 % der Waldfläche.

 

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